Bergfoto-Workshop Teil 3: Die beste Zeit für die Bergfotografie ist dann, wenn andere schlafen – der Bergfotograf lebt antizyklisch.

Beste Zeiten

Bergfoto-Workshop Teil 3: Die beste Zeit für die Bergfotografie ist dann, wenn andere schlafen – der Bergfotograf lebt antizyklisch.

Dass es zum Fotografieren bessere und schlechtere Tageszeiten gibt, ist grundsätzlich kein Geheimnis. Die Mittagszeit mit senkrecht stehender Sonne und den daraus folgenden harten Schatten wird man für die meisten Motive ohnehin meiden. Für die Bergfotografie gilt das aber noch in besonderem Maße: Durch die hoch stehende Sonne verlieren die Berge regelrecht ihre Räumlichkeit und wirken fahl. Der besonders in Frühjahr und Sommer durch die Tageserwärmung ausgeprägte Dunst in der Luft lässt die Landschaft zusätzlich flau wirken.

Früher Vogel fängt das Foto:
Morgenbeleuchtung an der Hochries, Chiemgau

Die idealen Tageszeiten für Bergfotografen sind deshalb der frühe Morgen und der späte Abend: Durch den schrägen Lichteinfall werden Konturen und Kanten verstärkt, der Schattenwurf modelliert Strukturen in Felswände und durch die geringere Farbtemperatur wirken Bilder kontrastreicher. Dazu kommen oft spektakuläre Lichtstimmungen. Zu diesen Tageszeiten vor Ort zu sein, heißt deshalb, dem Fotoglück eine Chance zu geben.

Dramatische Lichtstimmung:
Hochnebel an der Brünnsteinschanze mit Blick zum Zahmen Kaiser

Die meisten Bergwanderer sind allerdings zu anderen Zeiten unterwegs – und das bedeutet für den Fotografen einen weiteren Vorteil. Als Landschafts- und Naturfotograf versucht man meist, die Idylle und Schönheit des Motivs herauszustellen, was Menschenaufläufe auf dem Bild ausschließt. Wer beispielsweise schon mal versucht hat, am Jenner über dem Königssee die herrliche Aussicht ohne Menschen im Bild zu fotografieren, wird den Segen einer antizyklischen Tourenplanung zu schätzen wissen.

Einsam am Jenner: Nur sehr früh oder sehr spät möglich

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